BESALÚ



Karte der Grafschaft Besalú mit all den kleinen, sehenswerten Orten



Besalú 2019











Brückenfundamente, teils römisch





Hinter dem mittelalterlichen Brückenpfeiler erkennt man noch einen der römischen.Die römische Brücke verlief etwas schräger auf den Ort zu.
 

Wichtig war gerade diese Stelle, weil der Fluss hier eine Furt bildet und der Fluviá Haupthandels- und Verkehrsweg vom Hinterland zum Mittelmeer war. Außerdem muste man die Wege zu den Pyrenäenübergängen militärisch schützen. Natürlich wurden hier auch Brückenmaut und Zölle erhoben, die die Grafen von Besalú mit Geld versorgten.

Die Geschichte Besalús beginnt früh mit keltiberischer Besiedlung ab dem 7. Jahrhundert vC.
Römische Häuser am Can Ring aus dem 3.-2. Jahrhundert vC. 414 Eroberung durch die Westgoten.
Im 8. Jahrhundert Invasion der Muslime. 812 Odiló ist der erste Herrscher von Besalú und 870 ist Giufré el Pilós (Giufre der Behaarte) der erste Graf von Besalú. 977 erste Erwähnung der Kirche Sant Vicenc und Gründung der Kirche Sant Pere. 1020 Tod des Grafen Bernat Tallaferro. 1055 Einweihung der Santa Maria. 1111 Ende der Grafschaft Besalú, sie wird in die Herrschaft von Barcelona eingegliedert. Im 10. - 12. Jahrhundert wird eine eigene Münze ausgegeben.














 

Tip: Kulturell interessierte Menschen sollten die Baedeckerwerke "Barcelona" und "Costa Brava" erwerben. Die Karten und die Informationen reichen für mehrere Monate Catalunya-Expeditionen. Sehr gut bedient ist man als Wanderer oder Buchtensucher mit den Michelin-Wanderkarten der Region. Sehr hilfreich sind Wanderkarten 1:50000, wenn man im Hinterland zu den Sehenswürdigkeiten finden will, die sehr versteckt in der Landschaft liegen können.

Wer sich für die archäologische Vergangenheit interessiert, sollte die Seiten des Archäologischen Museums von Girona besuchen. (s. Seite Girona). Dort finden sich die Infos über iberische Höhensiedlungen, Oppida, römische Ausgrabungen, etc. mit Anfahrtsbeschreibung und Öffnungszeiten.





Besalu ist eine wirklich sehenswerte mittelalterliche Stadtanlage im gebirgigen Hinterland. Wir waren schon 2003 mal da, aber da
waren die Digicams noch nicht so gut und die Bilder mässig. 2012 waren wir wieder dort und haben die Kameras arbeiten lassen. Den höchsten Wert legt man auf die mittelalterlichen Bauten, vergaß dabei, dass Besalú eine schon mindestens römische Vergangenheit hat. Jedenfalls haben die Damen an der Info 2012 etwas irritiert reagiert, als ich ganz gezielt nach römischen Resten fragte. Das hat sich mittlerweile geändert und die römischen Funde sind ausgegraben und dokumentiert worden. Siehe weiter unten die Bilder von 2019.










Die Stadtmauern von Besalú wurden 1447 repariert.




 


Casa Curia Reial aus dem 13. Jahrhundert, überbaut teilweise den Ganganell-Bach. Gehörte ab dem 14. Jh einer jüdischen Familie Astruc. Mitte des 14. JH zog die Curia ins Haus Bernat Cavaller um, der die Grafschaft für den König regierte.




Das ursprüngliche Baudatum ist nicht bekannt. 1075 wird sie in Dokumenten erwähnt. Überschwemmungen und die Notwendigkeit der Verteidigung führten zu ersten Überarbeitungen 1315 und 1395 zum Einbau der Verteidigungstürme und später 1680 (wohl gegen die Franzosen). 1960 wurde die Brücke restauriert, nachdem sie 1939, im Spanischen Bürgerkrieg, gesprengt wurde.










gleiche Stelle 2019














































Sant Pere


















Santa Maria


Das Jasmingebüsche duftete.........










































Can Quei - Leider schon zu spät gewesen, bzw. zu früh..
zwischen 15-18 Uhr tut sich hier in dieser schwachen Vorsaison 2012 ....nix. Dabei kann man hier super essen!
(jedenfalls war das vor Jahren so)



Mittlerweile sind die römischen Funde am Can Ring ausgegraben und dokumentiert worden. Später bauten die Bewohner im 15. Jahrhundert deutlich kleinere Gebäude in die alten römischen Gebäudreste ein. Fast alles wurde in der Erdbebenphase der Garrotxa zwischen 1410-1428 zerstört.




römische Hausrekonstruktion.


mittelalterliches Haus


mittelalterliche Fundstücke


























in Rot das mittelalterliche Haus zwischen den römischen Resten
2019 waren wir auch mal zu den Öffnungszeiten des örtlichen Museums da.


Chronologie


historische Wandbemalung




Feuerstelle


Schöpfkellen


Hausschlachtung/Matanza








Kinderrassel


Salzkiste und Nussknacker


Viehtreibstoecke


Weinregal


mittelalterliche Keramikreste






 













Vor dem Haupteingang befinden sich einige Lokale, die Tapas
anbieten. Hier: Bocadillas con Atun, bzw. Entrepan amb Tonyina

und Patatas de Olot (mit Hack gefüllte und frittierte Kartoffeln)

Wir suchen ja immer verzweifelt Lokale, die echt katalanische Küche kochen, so wie sie die Oma ihrer Familie sonntags kochen würde. Im Ca la Nidía haben das gefunden. Dreimal haben wir das Mittagsmenu ausprobiert und waren jedesmal sehr zufrieden, vor allem mit dem Geschmack der Gerichte. Im Juni, in der Vorsaison, kommen hauptsächlich Stammgäste und einheimisches Publikum. Es hilft, wenn man etwa Spanisch kann. Denn die Menu- und Speisekarten sind recht konsequent in Spanisch/Katalanisch gehalten.









Rechts ein Araber, "Volcano" heisst er. Das erste Pferd, dass ich von Nahem gesehen und gestreichelt habe.

Arroz negro


Churrasco/Schweinerippe aus dem Ofen


Crema catalana
(incl. Brot und Wasser) kostet dieses Menu 10,80 Euro

Bohnen-Schinkensalat


Schweinebacke (mit Kinnladenknochen)


Käsepudding
auch dieses Menu kostet 10,80 Euro

Wir wurden freundlich aufgefordert, zusätzlich das Salatbuffet zu nutzen. Brauchten wir aber nicht.

drittes Menu - ein Russischer Salat, endlich einmal wirklich lecker und es war auch viel mehr, als es auf dem Bild aussieht.


Botifarra


Ananas-Kokosschaum-Dessert
auch wieder für 10,80 Euro




So sieht eine Plato combinado mit Botifarra, Croquetas und Salätchen aus. Kostete rund 8 Euro.


Vorspeisenlasange


Zitronenschaumdessert






Da die Preise wirklich human sind, das Essen vor allem auch LECKER gewürzt war, fuhren wir dreimal die 40 Km nach Besalú. Den Ausflug haben wir natürlich mit einigen Besuchen in der Umgebung verbunden, die mit mittelalterlichen und landschaftlichen Sehens-würdigkeiten punktet, wie z.B. Sant Joan les Fonts, Castelfollit de la Roca oder den Pont de Llierca. Andere Orte werden wir nächstes Jahr aufsuchen, auf dem Weg zu dieser katalanischen Küche!